Die Mopsfledermaus schützen

Wie wir unsere Wälder nutzen, hat einen enormen Einfluss auf ihre Struktur – und somit ihre Lebensraumqualität für waldbewohnende Tiere und Pflanzen. Die Mopsfledermaus stellt hohe Ansprüche an ihren Wald. Da sie und ihre Quartiere streng geschützt sind, ist im Rahmen der Waldbewirtschaftung darauf Rücksicht zu nehmen.

Hinter abstehender Borke, in Zwieselspalten oder Stammrissen bezieht die Mopsfledermaus ihr Quartier.

»Verantwortungsart« Mopsfledermaus

Wodurch ist die Mopsfledermaus gefährdet?

Die Mopsfleder­maus reagiert auf Veränderungen ihres Lebensraumes besonders sensibel.

Vorrangig gefährdend sind:

Verlust von Wald-Lebensraum: Die Fledermausart braucht v. a. alte Wälder mit viel stehendem Totholz. Je geringer der Nutzungs­- und Durchforstungsdruck, desto höher ist das Angebot an geeigneten Quartierbäumen. Bei der Aufarbeitung der durch Sturm, Dürre oder Schadinsekten geschädigten Flächen sollten abgestorbene Bäume nach Möglichkeit als potenzielle Quartierbäume erhalten werden.

Verlust der Nahrungsquellen: Der Einsatz von Insektiziden beeinträchtigt ihre Nahrungsgrundlage. Aufgrund ihrer hohen Spezialisierung auf bestimmte Nachtfalter kann die Mopsfledermaus nicht auf andere Nahrungsquellen ausweichen.

Sanierung oder Abriss waldnaher Gebäude, die Spaltenquartiere bieten.

Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege: Da die Mopsfledermaus offene Räume bodennah überfliegt, besteht ein besonderes Kollisionsrisiko mit Fahrzeugen.

Warum schützen wir die Mopsfledermaus?

Das Zentrum des Verbreitungs­schwer­punktes der Mopsfledermaus liegt in Deutschland. Für den Erhalt ihres Bestands tragen wir somit eine große Verantwortung. Die Mopsfledermaus wird daher im Rahmen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung als »Verantwortungsart« eingestuft.

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist sie streng geschützt.

Von der Europäischen Union wird sie in den Anhängen II und IV der sog. Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geführt und gilt somit als streng zu schützende Art von gemein­schaft­lichem Interesse.

In ihrer Bedeutung als »Schirmart« helfen wir mit ihr auch vielen weiteren Arten, die auf naturnahe Waldlebensräume angewiesen sind und stärken damit die biologische Vielfalt in Deutschland.

Wie können wir die Mopsfledermaus schützen?

Der Gesamtlebensraum der Mops­fledermaus besteht aus einer Vielzahl von Teillebensräumen: Quartiergebiete, Jagdgebiete, Sommer- und Winterlebens­räume. Im Idealfall sind diese Teillebensräume über Heckenzüge, Alleen, Streuobstwiesen, halboffene Weidelandschaften, Ufergalerien und Waldränder eng miteinander vernetzt. Wir wollen die Mopsfledermaus schützen und fördern, indem wir ihre Lebensräume und -grundlage erhalten, verbessern und/oder vernetzen.

Schutzmaßnahmen* für die Mopsfledermaus betreffen folgende Bereiche:

- Quartiere schützen und fördern

- Nahrungshabitate erhalten und begünstigen

- Insekten als Nahrungsgrundlage schützen und fördern

- Strukturen und Leitlinien in Wald und Offenland fördern

 

 

Wir forschen für Sie

*Im Rahmen unseres Projekts werden wir auf Grundlage unserer Feldforschung gemeinsam mit Waldbewirtschaftenden zielgerichtete Schutzmaßnahmen entwickeln. Unsere Ergebnisse werden wir nach und nach hier sowie zum Projektende in einem praxisnahen Handbuch veröffentlichen.