Feldforschung

Im Rahmen des Schutzprojekts finden erstmals gemeinsame, länderübergreifende Forschungen zum deutschlandweiten Bestand der Mopsfledermaus in acht Bundesländern statt. Ziel ist es, neue Kolonien zu ermitteln und bereits bekannte zu bestätigen. Diese Forschungen liefern wichtige Daten, die das Gesamtbild über die Verbreitung der Art in Deutschland aktualisieren.

Feldforschung in der Praxis

Akustische Fledermaus-Erfassung

Um zunächst die Verbreitung der Mopsfledermaus in den Forschungs­regionen zu untersuchen, werden spezielle Ruferfassungsgeräte, sogenannten Mini-Batcorder, eingesetzt. Wenn eine Mopsfledermaus zwischen Baumwipfeln und an Waldrändern Kleinschmetterlinge jagt und dabei ihren unverkennbaren Ortungslaut ausstößt, zeichnen ihn diese Geräte auf und können durch unser Forschungsteam erfasst werden.

In Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen können Ehrenamtliche bei der akustischen Erfassung helfen.                 Mehr erfahren

Netzfang und Besenderung

Gelingt der Nachweis der Mopsfledermaus in einem Gebiet, werden dort spezielle Fangnetze aufgestellt. Wenn eine Mopsfledermaus ins Netz geht, unter­suchen wir ihren Gesundheitszu­stand und erfassen Größe und Gewicht. Handelt es sich um ein weibliches Tier, versehen wir es mit einem 0,3 Gramm leichten Sender, was als unbedenklich im Verhältnis zum Körpergewicht der Fledermaus gilt. Die Sender werden mit medizinischem Hautkleber ins Rückenfell der Tiere geklebt und fallen nach wenigen Tagen von selbst ab. Anschließend werden die Tiere wieder freigelassen und fliegen zu ihren Quartieren zurück.

Quartiersuche mittels Telemetrie

Am Tag nach dem Netzfang sucht unser Forschungsteam mit Hilfe einer Peilantenne das Signal des Minisenders und folgt diesem bis zum Quartierbaum, in dem das Tier den Tag verbringt. Am Abend findet am Quartier eine „Ausflugszählung“ statt. Dabei wird das Quartier von Beginn der Dämmer­ung an beobachtet und alle ausfliegenden Tiere gezählt, um die Gruppengröße zu bestimmen.

Die ermittelten Quartierbäume sowie deren Umfeld werden mit Hilfe eines erprobten Protokollbogens standardisiert erfasst, ihr GPS-Standort festgehalten und in Absprache mit den Waldbesitzenden dauerhaft markiert.

Akustische Rastererfassung

In Hessen erprobt das Institut für Tierökologie und Naturbildung zusammen mit den Forstbetrieben und Waldbesitzenden für uns eine systematische „Rastererfassung“. Hierbei wird ein Raster über das jeweilige Forschungsgebiet gelegt, wodurch es in gleich große Abschnitte eingeteilt wird. Die Ruferfassungsgeräte können somit gezielt und gleichmäßig auf die jeweiligen „Rasterzellen“ auf der Fläche verteilt und die Ergebnisse anschließend statistisch ausgewertet werden. Das Vorgehen verspricht ein hohes Maß an Standardisierung, Repräsentativität und Wiederholbarkeit.

Handbuch Fledermausmonitoring

Das Handbuch Fledermausmonitoring auf Flächen des Nationalen Naturerbes (NNE) und anderen Naturschutzflächen erklärt übersichtlich die Erfassungsmethoden des NNE-Fledermausmonitorings. Es enthält genaue Beschreibungen der verschiedenen Module und gibt in einer Übersicht auch Schätzungen zum Zeitaufwand.

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Entwicklung eines Habitatmodells

Was zeigt das Habitatmodell?

Mit dem Wissen über die bevorzugten Lebensräume der Mopsfledermaus erstellen wir ein Modell für das deutschlandweite Vorkommen der Art.

Aus dem Habitatmodell lässt sich ablesen, wie gut sich ein Gebiet als potenzieller Lebensraum für die Mopsfledermaus eignet. Damit wird die Suche nach weiteren Kolonien im Feld unterstützt, da die Forschung somit gezielter ausgerichtet werden kann.

 

Worauf basiert das Modell?

Dem Modell liegen bestätigte Nachweise über Wochenstuben der Mopsfledermaus aus den Jahren 2009 bis 2020 zu Grunde. Es basiert auf 134 Wochenstuben-Funden aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Anhand dieser Nachweise wurde aus einem Set an Umweltdaten die Habitateignung im Umkreis von Wochenstuben ermittelt und auf ganz Deutschland projiziert. Das Modell ist im Rahmen des Projekts vom Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FrInaT) entwickelt worden.

MopsMap mit Habitatmodell - Das Kartenmodul zum Projekt

Die MopsMap macht unsere Feldforschungsergebnisse sowie das Habitatmodell auf einer Deutschlandkarte anschaulich. Verfolgen Sie unsere Ergebnisse!

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