Ein ungewöhnliches Quartier in Schmölln

Mitarbeitende der Stiftung Fledermaus vermessen und besendern eine Mopsfledermaus FOTO: Martin Biedermann

Die Saison hat grade erst begonnen und schon haben sich die ersten Mopsfledermäuse beobachten lassen. Die Stiftung Fledermaus hat bei ihren Netzfängen im Altenburger Land Anfang Mai vier Mopsfledermäuse besendert und ihre Quartiernutzung untersucht. Das Altenburger Land ist durch viele mosaikartig verteilte Kleinwaldflächen gekennzeichnet. Durch die hohe Anzahl an kleinräumigen Waldflächen ist der Waldrandanteil um ein Vielfaches erhöht und hat eine wichtige Bedeutung als Jagdhabitat für die Mopsfledermaus. Dieses soll durch verschiedene Maßnahmen im Projekt aufgewertet werden.

Ein wichtiger Partner ist dabei die Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NfGA) e.V., die die Stiftung Fledermaus auch bei den Netzfängen unterstützte. Akustische Vorerkundungen durch die NfGA e.V. im Jahr 2021 zeigten neben der Nutzung verschiedener kleiner Wäldchen auch eine hohe Aktivität von Mopsfledermäusen auf dem Schmöllner Friedhof. Eine ungenutzte Wiese und alte Baumalleen bieten den Tieren dort geeignete Jagdmöglichkeiten. Die beiden im Mai auf dem Friedhof besenderten Weibchen zeigten bei der anschließenden Radiotelemetrie allerdings ein eher unübliches Quartier: In einigen hundert Metern Entfernung konnten 21 Mopsfledermäuse in einer Siedlung an einem Wohnhaus beobachtet werden. Das Quartier befand sich in einer Spalte zwischen Regenrinne und Holzverkleidung. Möglicherweise handelt es sich um ein dauerhaft besetztes Quartier, da es im Verlauf einer Woche nicht gewechselt wurde und Spuren an der Holzverkleidung auf mehrere Hangplätze hindeuten. Bei einer erneuten Untersuchung der Kolonie im Juli soll diese Vermutung verifiziert werden. Zwei weitere Mopsfledermausweibchen wurden in einem kleinen Wäldchen bei Untschen besendert. Arttypisch wurden dort abstehende Rindenstrukturen als Quartier genutzt ebenso wie ein Fledermauskasten.

Neben Untersuchungen zur Quartier- und Raumnutzung der Mopsfledermaus sollen im Altenburger Land vor allem Maßnahmen zur Förderung der Art stattfinden. Bisher wurden in Zusammenarbeit mit der NfGA e.V. bereits einige aufwertenden Maßnahmen auf verschiedenen Flächen umgesetzt, die die Waldrandstruktur auflockern und durch die so begünstigte Ansiedlung von Blühpflanzen ein besseres Nahrungsangebot für die Mopsfledermäuse schaffen sollen. Auch für den Schmöllner Friedhof ist für 2022 eine Habitataufwertung geplant. Die ungenutzte Wiese soll in eine blütenreiche Wiese mit Pflanzen umgestaltet werden, die vor allem nachtaktive Insekten und insbesondere Beutetiere der Mopsfledermaus, Zünsler und andere Nachtfalter, anlocken.

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